Atomwaffen
Vor 80 Jahren vernichteten zwei Atombomben die Großstädte Hiroshima und Nagasaki. Sie töteten binnen kürzester Zeit mehr als 210.000 Menschen.
Die Überlebenden von Hiroshima mahnen: Atomwaffen bedrohen unsere Sicherheit allein durch ihre Existenz!
Achtzig Jahre nach diesem Inferno ist das Risiko eines Atomkriegs so hoch wie nie. Alle Atommächte rüsten derzeit nuklear auf, mehrere sind in aktive Kriege verwickelt. Weltweit gibt es über 12.000 Atomwaffen, in Deutschland sind in Rheinland-Pfalz etwa 20 US- Atombomben stationiert.
Atomwaffen sind ein existentielles Sicherheitsrisiko für die Menschheit!
Im Rahmen der „nuklearen Teilhabe“ beteiligt sich auch Deutschland als Nicht-Atommacht an der Aufrüstung durch die Stationierung modernisierter US-Atomwaffen auf dem
Fliegerhorst Büchel. Dort warten rund 15 US-Atombomben vom Typ B61-12 auf ihren Einsatz im Rahmen der nuklearen Teilhabe der NATO.
➔ Zur Erinnerung: 1996 hat der Internationale Gerichtshof die Drohung mit und den Einsatz von Atomwaffen für generell völkerrechtswidrig erklärt!
Doch seit der Wahl von Donald Trump werden in Deutschland wieder Forderungen nach eigenen und europäischen Atombomben laut. Das wäre weder mit dem Nichtverbreitungsvertrag (NVV), noch mit dem Zwei-plus-vier-Vertrag zur Deutschen Einheit vereinbar! Zum einen ist der 2+4-Vertrag zur Deutschen Wiedervereinigung ein völkerrechtlicher Vertrag ohne Rücktrittsklausel und zum anderen würde der Ausstieg aus dem Nichtverbreitungsvertrag (NVV) das fatale Signal aussenden, Atomwaffen seien ein wichtiger Bestandteil nationaler Sicherheit!
Aus dem Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI geht zudem hervor, dass Israel schätzungsweise 90 Atomwaffen bzw. Atomsprengköpfe besitzt. Israel ist dem Vertrag über die Nichtverbreitung von
Nuklearwaffen nie beigetreten und gibt offiziell weder zu, noch dementiert es den Besitz von Atomwaffen (Politik der nuklearen Zweideutigkeit - policy of nuclear ambiguity). Iran ist dem NVV in den 1970ern beigetreten, berät jedoch angesichts des Krieges den Austritt aus dem Vertrag. China modernisiert sein Atomwaffenarsenal und weitet es aus.
Aufgrund der aktuellen Zunahme von einsatzbereiten Atomwaffen stellt das aktuelle Gutachten von SIPRI fest: „Eine neue Qualität von Nuklearwaffen wird im weltweiten Wettrennen für bestimmte Zwecke aufgerüstet.“
Dennoch: In den letzten Jahren sind Rüstungskontrollabkommen gekündigt worden. Um diese gefährliche Entwicklung zu stoppen, haben zahlreiche atomwaffenfreie Staaten und auch das weltweite zivilgesellschaftliche ICAN-Bündnis (2007 Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen, 2017 Träger des Friedensnobelpreises) die Initiative ergriffen und das scheinbar Unmögliche erreicht: den
UN-Atomwaffenverbotsvertrag (AVV) im Jahr 2017 !
Welche Position vertritt die Bundesregierung zu Atomwaffen und nukleare Abrüstung? ICAN fasst sie wie folgt zusammen:
„Letztendlich bleibt festzuhalten, dass sich die Koalition bisher für eine widersprüchliche Haltung zur nuklearen Abschreckung im Gesamtkontext der NATO entschieden hat.
Die Entscheidung der Koalition zugunsten einer Beibehaltung der nuklearen Teilhabe steht im Gegensatz zur Absicht der Regierenden, die Vertragsstaatenkonferenz des AVV zu beobachten. Es ergibt sich ein Zwiespalt, der sowohl Risiken für eine auf Jahrzehnte festgelegte Teilhabe an veralteten Dogmen nuklearer Abschreckungspolitik als auch Chancen für einen Paradigmenwechsel hinzu neuen Konzepten birgt.“
Atomwaffen sind ein existentielles Sicherheitsrisiko für die Menschheit! Deshalb: Nein zum menschenverachtenden Prinzip der nuklearen Abschreckung!
Doch auch der globale Widerstand wächst: Organisierung von Formen des Protestes und Widerstands:
Denn wir sind der Gefahr der nuklearen Abschreckung nicht machtlos ausgesetzt, sondern setzen uns aktiv für die Abschaffung aller Atomwaffen ein. Z.B.:
Mit dem Flaggentag der Mayors for Peace (Bürgermeister für den Frieden) setzt sich eine internationale Organisation von Städten für Frieden und atomare Abrüstung ein. Gegründet wurde sie 1982 auf Initiative des damaligen Bürgermeisters von Hiroshima, Takeshi Araki.
Am 8. Juli jedes Jahres setzen bundesweit Bürgermeister und Bürgermeisterinnen vor ihren Rathäusern ein sichtbares Zeichen für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen. Auch in Heidelberg (seit 2004). Mit dem Hissen der Flagge des weltweiten Bündnisses appellieren die Mayors for Peace an die Staaten der Welt, Atomwaffen endgültig abzuschaffen.
Mit dem Slogan „Für eine Zukunft ohne Atomwaffen!" werden z.B. im August 2025 außergewöhnliche Plakate an deutschen Bahnhöfen, Kreuzungen und in Fußgängerzonen für Aufsehen sorgen - von Ohne Rüstung Leben (ORL) auf den Weg gebracht. Sie fordern eine Zukunft ohne Atomwaffen und machen deutlich, dass sich weltweit Millionen Menschen für atomare Abrüstung einsetzen. Sie können hier bestellt werden. Weiteres Material finden sich im Shop der DFG-VK.
Der Heidelberger Friedensratschlag organisiert und beteiligt sich regelmäßig an vielfältigen lokalen und bundesweiten Aktionen:
*Plakataktionen (z.B. ORL), Aktionspostkarten verschicken, massenhaft Briefe an MdBs schreiben
*kreative Straßenaktionen (siehe Fotos)
*Aktuelles Aktionsmaterial zum Thema "Atomare Abrüstung"
*Origami-Kraniche (Sadakos) falten für Aktionen
*Planspiel für Schüler*innen
*Kunstausstellungen zum Thema Atomwaffen und Kunst
*Comics, Artists against bomb, Plakatausstellungen.
Foto: Renate Wanie